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Autor Thema: Hat sich der Islam mit dem Schwert oder durch Missionierung verbreitet?  (Gelesen 1115 mal)
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sabbah1001
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« am: Februar 05, 2010, 09:21:43 »

Aufgrund der unzaehlgen inneren Fragen des Users Agnostiker eröffnen wir doch mal
dieses Thema, um mit einer weitverbreiteten Propaganda und Vorurteil gegen den Islam abzuschliessen:

"Der Islam wurde mit dem Schwert verbreitet"

Vielleicht braucht der eine oder die andere es mal im Studium, Schule oder in alltaeglichen Diskussionen...

Wenn man in europaeischen Geschichtsbüchern die Anfangszeit des Islams durchliest, so hat folgenden Eindruck:
Ein paar Muslime auf Kamelen und Pferden machten sich mi
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sabbah1001
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« Antworten #1 am: Februar 05, 2010, 10:17:00 »

mit Kamelen und Schwertern auf, um die ganze Welt gewaltsam zu unterdrücken.

Diese Geschichtsdarstellung ist nunmal typisch für die Europaeische Literatur, da man ja gern
von sich auf andere schliesst.

Die Realitaet sah und sieht natürlich anders aus, wie das immer so ist, bei weitverbreiteten
Meinungsbildern:

Fangen wir erstmal bei den Rahmenbedinnungen an, in welchem sich der vordere Orient zu der Zeit
zwischen den Jahren 570-640 befand.

Die arabische Halbinsel, befand sich in mitten einer Zone des Krieges zwischen Ostrom (Byzanz) und
dem Sasanidischen Reich (Iran). Dieser Krieg war nicht nur ein Kultur, sondern auch ein Religionskrieg
(Christentum- Zoroastrismus), Sprachenkrieg und Wirtschaftskrieg und die armen Araber mittendrin:

İm Norden und Westen der arabischen Halbinsel waren die Oströmer, im Südwesten ihr christlicher
Verbündeter Aethiopien, waehrend im Nordosten und Osten sich das Persische Reisch erstreckte und
der Süden mit Yemen war zumeist ein Vasallstaat der Perser und damit andauernd im Krieg gegen Aethiopien.

Die Araber mussten sich entweder zwischen den beiden Parteien entscheiden oder immer wieder
gewaltsame Aktionen der beiden Seiten hinnehmen. So haben wir zu der Zeit sowohl christliche als auch
Zoroastristrische Araberstaemme.

Über diese Vorfaelle wird auch im Quran berichtet, namentlich in der Sure Al-Rum zB. wo der Sieg der
Oströmer über die Iraner prophezeit wird, obwohl die Oströmer zu dem Zeitpunkt derbe am verlieren
sind (einer der Wunder des Quran). Auch die Sure Al-Fil berichtet uns davon, wie der Statthalter von Yemen
im Geburtsjahr des Propheten die Kaaba zerstören lassen will.

Auch der Genozid verübt durch die Juden an den Christen in Yemen wird im Quran in diesem Zusammenhang erwaehnt
(denn die meisten Juden waren auf der Seite der Iraner).

Dh. zu der Zeit als die ersten Muslime sich zu einer Einheit zusammenschmolzen, litt der gesammte vordere Orient
unter einem immerwaehrendem Krieg zwischen Persern und Oströmern. So kam es, dass die ersten Muslime
sehr oft als Befreier begrüsst wurden.
Diesen Punkt sollte man als Rahmenbedinnung klar vor Augen haben.

Gehen wir über zu den Kriegen, die ab dem Jahr 630 anfangen.
Zuerstmal machen wir unsmal klar, wer hier gegen wen kaempft:

Auf der einen Seite haben wir zwei riesige Reiche (Ostrom und Sasaniden) bestehend aus einem Vielvölkerstaat,
in welchem es zwar ein Rechtskodex existiert, wo aber in der Realitaet eine klar hierarchisch aufgebaute 
Gesellschaftsordnug vorherrscht und die einfache Bevölkerung regelrecht mit Steuern und Kriegen unterdrückt wird.

Was für ein Kastensystem damals selbst im Glauben herrschte, sieht man sehr einfach, wenn man heute noch
eine Kirche besucht, wo den Adligen und Geistlichen die besseren Plaetze vorreserviert sind, waehrend sich das
normale Volk drumherum aufstellen muss. In der Zoroastristrichen Religion siehts nicht anders aus, sogar noch schlimmer.




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luxdei
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« Antworten #2 am: Februar 05, 2010, 10:40:20 »

Hallo Sabbah,

wenn ich mir die Überschrift Deines Posts ansehe, sollte man vielleicht differenzieren zwischen der Ausbreitung des Herrschaftsgebietes muslimischer Herrscher (Einflußgebiet des Islam) und der Ausbreitung des Islam als Religion (Stichwort Missionierung)?

Gruß
LD
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sabbah1001
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« Antworten #3 am: Februar 05, 2010, 10:47:52 »

Auf der anderen Seite haben wir ein kleine Anzahl an Arabern, die zumeist ein Nomadenleben in der Wüste
führen und neuerdings sich zu einer Einheit geformt haben.

Die Eroberung von Mekka ist in dem Zusammenhang auch kein imperialistischer Akt, Herr Agnostiker,
sondern es ist die Geburtstadt des Propheten und vielen seiner Anhaenger. Dh. der Vorwurf des
Imperialismus ist genauso dumm, wie als würde man darauf bestehen, dass die Erde Platt sei und nicht rund.

Nun zurück zur Ausgangssituation, hier haben wir nicht einen David gegen einen Goliath, sondern einen kleinen
David gegen zwei Goliaths.

Bevor wir zu den Gesandschaften des Propheten an die Könige und Statthalter der beiden Reiche kommen, erstmal
ein anderer und nicht unwesentlicher Punkt: christliche und jüdische Emigranten aus der arabischen Halbinsel
gehen zum Oströmischen Reich, um die Stimmung gegen die Muslime anzuheizen.
Sie verbreiten die Nachricht, dass eine neue christliche Sekte aufgetaucht sei und den Christentum, bzw. das Judentum
bedrohen würde. Das sollte man wissen, um die folgenden Reaktionen besser zu verstehen.

Der Prophet schickte zu den beiden Kaisern und zu deren Statthaltern (etwa Landespraesidenten) Briefe,
in denen er friedlich zum Islam einlaedt, damit aber zugleich auch politisch klarstellt, dass man mit den Arabern
in Zukunft nicht rumspielen darf, wie das vorher politisch geschah.

Die Reaktion von Ostrom ist der, dass man den Gesandten umbringt, waehrend im Iran die Gesandten
gedemütigt werden.
Das was die Iraner machen, darüber kann man streiten, aber die Tötung eines Diplomaten ist seinerzeit,
so wie auch heutzutage eine offene Kriegserklaerung von Seiten Ostroms an die Muslime.

Dh. der Kriegstreiber in diesem Moment sind nicht die Muslime, weil sie ihr Recht auf Selbstbestimmung
einfordern und ihre Religion missionarisch verbreiten wollen, sondern es sind die Oströmer (Byzantiner),
die eine Kriegserklaerung abgeben und auch anschliessend Truppen nach Syrien schicken.
Die Folge dessen kennen wir: Mehr als 2/3 des Oströmischen Reiches wird in den naechsten 30 Jahren
von den Muslimen erobert.
Wohlgemerkt, in diesen 30 Jahren macht Ostrom kein einziges mal einen Waffenstillstandsgesuch!

Das Sasaniden Reich hingegen machts andersrum: sie erhöhen den Druck auf die Araber an ihren Grenzen, worauf
sich die Araber mit Waffengewalt zu Wehr setzen und in Medina um Hilfe ersuchen.
Die Folge dessen kennen wir ja auch: in 5-6 Jahren wird das gesammte Sasanidische Reich erobert.
Auch hier gilt, dass die Iraner zwar einmal ein Waffenstillstand ersuchen, den sie dann aber selbst brechen,
um die Muslime anzugreifen.

Wer glaubt, dass der Islam sich missionarisch in diesen beiden Laendern haette verbreiten können,
ist entweder wirklich sehr naiv oder will nicht wahr haben, dass diese beiden Supermaechte ihre
jeweilige Religionen zur Manifestation (befestigung) ihrer Macht missbrauchten und daher es niemals
erlauben würden, wenn friedliche Muslime in diesen Laendern missioniert haetten.

Ein besonders Gegenbeispiel für die gewaltsame Ausbreitung des Islams, wird dabei gern unter den
Teppich gekehrt: Aethiopien.
Wenn die Muslime wirklich gewalttaetig gewesen waeren, so waere es doch das natürlichste, zuerst
einen kleinen und geographisch nahen Staat anzugreifen, in welchem man sogar genügend Agenten hatte.

Aber, das christliche Kaiserreich Aethiopien besteht noch heutzutage und es wurden auch niemals ernste
Bemühungen darum gemacht dieses fruchtbare Land jemals anzugreifen.

Der Islam hat sich bis auf dieses Anfangskapitel, welches mit Kriegen anfing, danach nur missionarisch
weiterverbreitet durch Missionare (meist Sufis), Handel, und Diplomatie und es gibt genug Beispiele dafür:
Sri Lanka, Indonesien, Malaysia, China, Tansania, Madagaskar, Senegal, Nigeria etc etc.

Und etwas, worauf wir besonders stolz sein sollten ist dies:

Unsere Vorfahren haben nirgends eine andere Zivilisation oder Kultur zerstört, nur um unter den Deckmantel
einer Religion, in Wirklichkeit ihre eigene Macht zu erweitern und die Menschen zu kontrollieren, so wie
es die Europaer überall auf der Welt gemacht haben und noch heute es der Westen im Namen der
"Demokratie und Menschenrechte" immernoch tut.

  
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sabbah1001
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« Antworten #4 am: Februar 05, 2010, 11:10:12 »

Hallo Sabbah,

wenn ich mir die Überschrift Deines Posts ansehe, sollte man vielleicht differenzieren zwischen der Ausbreitung des Herrschaftsgebietes muslimischer Herrscher (Einflußgebiet des Islam) und der Ausbreitung des Islam als Religion (Stichwort Missionierung)?

Gruß
LD

Hallo Lux,

Diese Differenzierung, da hast Du sehr recht, machen wir auch, besonders nach dem ersten "Weltkrieg" (für damalige Verhaeltnisse),
aber schau Dir bittemal die Schulbücher in Deutschland an, welche Lügen sie den Kindern in den Kopf reinpflanzen,
um darauf spaeter das Bild der gewalttaetigen Religion des Islams weiter zuzüchten!
Wie man sieht, funktioniert das bei so manchen (selbst bei Freidenkern Wink ).

Natürlich kann man nicht ausschliessen, dass unter den ersten Muslimen und besonders spaeter
Araber waren, die nationalistische Ziele verfolgten (ich persönlich verdaechtige da besonders eine Familie),
aber die Hauptintension war klar der Verteidigungskrieg gegen das Oströmische Reich, welches damals bis
nach Spanien sich erstreckte und die Religion, der allen Menschen Gleichheit und Gerechtigkeit versprach,
im Gegensatz zu den Bedinnungen von damals.

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luxdei
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« Antworten #5 am: Februar 05, 2010, 12:44:07 »

Hallo Sabbah,

daß Wissen über den Islam und die europäisch-islamische Geschichte Mangelware hierzulande ist, ist keine Frage.

Aber ob wirklich alles Verteidigungskriege waren? Ich bin da skeptisch. Eroberungskriege zu führen war seinerzeit doch nichts Ungewöhnliches. Oder? Sie waren haltnur nicht religiös, sondern weltlich motiviert. Bin da aber auch nicht so im Thema drin, daß ich mich darauf versteifen möchte.
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« Antworten #6 am: Februar 05, 2010, 13:50:59 »

Hallo Sabbah,

daß Wissen über den Islam und die europäisch-islamische Geschichte Mangelware hierzulande ist, ist keine Frage.

Aber ob wirklich alles Verteidigungskriege waren? Ich bin da skeptisch. Eroberungskriege zu führen war seinerzeit doch nichts Ungewöhnliches. Oder? Sie waren haltnur nicht religiös, sondern weltlich motiviert. Bin da aber auch nicht so im Thema drin, daß ich mich darauf versteifen möchte.


Hallo Lux,

jemand der den Namen Luxdei verwendet sollte sich doch darüber bewusst sein, dass dies alles
doch nur Mittel sind für den Allgemeinzweck des Willens, des Einzigartigen.
Ob die zuerst zuschlugen oder die anderen ist unwesentlich im Vergleich zu der Mission, die gegen
die damalige Weltordnung war. Das zu verstehen traue ich Dir zumindest zu.

Wenn wir aber mal wieder zurück kommen auf die Ebene der Mittel (oder bei uns besser aber unübersetzbar ausgedrückt:
die Ebene der "Waesile").
Ich habe bereits ausgedrückt, dass die Oströmer den muslimischen Diplomaten umbrachten.
Das ist selbst heutzutage ein Kriegsgrund. Wir müssen uns vorstellen was dies zugleich im Gesamten bedeutet:
Verbot oder Beschraenkung von Handel, aufgriff von Muslimen, wenn man ihrer handhab wurde etc...

Das die Oströmer weniger in den arabischen Halbinsel eindrangen als umgekehrt ist eine natürliche Sache,
denn was wollen sie in einer 1.500.000 qkm grossen Wüste gegen Nomaden anstellen mit einer schwergepanzerten
Armee?

Desweiteren hast Du wohl die Rahmenbedinnungen der Zeit etwas überlesen. Die Araber wurden auf gut Deutsch
gesagt, die ganze Zeit indirekt kolonisiert oder zT. besetzt. Oder willst Du behaupten, dass das heutige Jordanien,
Syrien und Palaestina Ur-römisch oder griechisch waren? Nein, dort lebten seit jeher arabisch staemmige
Völker, die von Konstantinopel aus schön ausgebeutet wurden.

Nicht nur wirtschaftlich, auch religiös hatten diese Gebiete einschliesslich Aegypten zu leiden, da sie
mehrheitlich anderen Konfessionen des Christentums angehörten, als der Rest des Christentums und immer
wieder dem Druck des Papstes von Rom über den Oströmischen Kaiser standhalten mussten. Für diese
Menschen waren die Muslime eher Befreier und ihre Rolle bei dieser sehr raschen Eroberung des ganzen vorderen
Orients bis zum Atlantik ist in der Geschichtsschreibung immernoch nicht geklaert.

Ob wir jetzt die Primaerfaktoren, wie die Ermordung eines Diplomaten nehmen oder Sekundaerfaktoren,
wie die vorangegangene Ausbeutung der Araber über Jahrhunderte, eins bleibt gleich: es ist ein sich wehren,
gegen einen grösseren Aggressor.

Wenn wir es mal auf die Sprache der heutigen Zeit übertragen, den grundlegenden religiösen Aspekt beiseite lassend:
da versucht eine aus freien Stücken zusammenwachsende Gemeinde sein Linux-system gegen die Übermacht
des Microsoft Konzerns zu verteidigen und bei der Verteidigung stösst diese Gemeinde in die Schwachpunkte
des Konzerns vor. Wo liegt das Problem?

Und wie gesagt das Ganze auf der Ebene der Mittel betrachtet. Die Ebene des Zwecks, ist ein anderer...
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« Antworten #7 am: Februar 05, 2010, 15:32:41 »

"Hat sich der Islam mit dem Schwert oder durch Missionierung verbreitet? "


Die Antwort ist so simpel: Der Islam hat sich durchs Missionieren und dem Schwert verbreitet.
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« Antworten #8 am: Februar 05, 2010, 15:43:06 »

"Hat sich der Islam mit dem Schwert oder durch Missionierung verbreitet? "


Die Antwort ist so simpel: Der Islam hat sich durchs Missionieren und dem Schwert verbreitet.

Du bist Dir anscheinend nicht bewusst, dass mit dem "Schwert verbreiten" zweideutig ist.

In der einen Bedeutung bedeutet das, man haette Menschen gewaltsam zum Islam bekehrt.
Das meinst Du hoffentlich nicht, denn das ist niemals passiert.
Darüber sind wir uns doch im klaren denke ich...
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« Antworten #9 am: Februar 06, 2010, 12:46:24 »

Ich asoziere damit, dass die Araber von damals herausgezogen sind, um Fremde Völker zu unterwerfen, was zu der Zeit auch, für meine Verständniss nach, ein normale Akt gewesen war, die Araber haben sich damals nicht von den anderen Völker unterschieden, was sie aber hätte tun müssen, aufgrund der göttliche Botschaft. Und wenn die Araber über einem Volk geherrscht haben, so wurden die eroberten Völker in einer Stellung gebracht, indem es für sie eine große erleichterung des Lebens wäre, wenn sie zum Islam konvertierten. Ob man diese als mit dem "schwert" verbreiten nennen kann, sei für jeden Freigestellt.

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« Antworten #10 am: Februar 07, 2010, 00:26:55 »

Hallo,

sehr interessant das ganze.

@sabbah

Bevor ich antworte, wäre es zu viel verlangt mir ein paar Bücher / Websites oder ähnliches (schnell) an verfügbaren Quellen zu nennen? Wäre super.

@Maroc

Ich asoziere damit, dass die Araber von damals herausgezogen sind, um Fremde Völker zu unterwerfen, was zu der Zeit auch, für meine Verständniss nach, ein normale Akt gewesen war, die Araber haben sich damals nicht von den anderen Völker unterschieden, was sie aber hätte tun müssen, aufgrund der göttliche Botschaft. Und wenn die Araber über einem Volk geherrscht haben, so wurden die eroberten Völker in einer Stellung gebracht, indem es für sie eine große erleichterung des Lebens wäre, wenn sie zum Islam konvertierten. Ob man diese als mit dem "schwert" verbreiten nennen kann, sei für jeden Freigestellt.

Nur eine kleine Sache. Aber, ist es heute nicht auch noch üblich andere Völker zu unterwerfen? Ich sehe eigentlich keinen gewaltigen Unterschied zwischen den damaligen Zeiten und den heutigen, nur das heute andere Mittel Verwendung finden. Diesen Akt also als "normal" zu finden, damit finde ich mich ab. Aber "normal" bedeutet nicht das etwas gerecht ist, sondern lediglich das es jeder tut.

mfg, agno
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sabbah1001
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« Antworten #11 am: Februar 07, 2010, 15:25:27 »

@ Agnostiker,

leider ist dies zu viel verlangt, weil man zum einen nicht genug zuverlaessliche primaer Quellen im Internet hat,
abgesehen von ihrer schwierigen Deutung und zum zweiten sind diese Ausführungen ein Gesamtbild,
wenn man sich saemtliche Literatur der damaligen Zeit reinzieht, dh. sowohl arabische, byzantinische und
auch persische Literatur, das ganze noch ergaenzt durch aramaeische Geschichtsschreiber.

Ich kann Dir paar Namen nennen, aufgrund derer man sich weiterarbeiten muss, weil diese Leute wieder
andere Orginalquellen benutzten:

Steven Runciman gibt ein übersichtliches Werk und benutzt dabei fast alle schriftlichen Dokumente von Verfassern wie,
Prokopios von Caesarea, Michael Psellos, Johannes Skylitzes, Nikephoros, Theophanes, Zonaras, etc. von denen man
nicht nur die byzantinische Darstellung mitbekommt, sondern auch Feinheiten des berühmten "Cäsaropapismus" besser
versteht. Hinzu muss man die diversen regionalen Chroniken nehmen.

Eine wirklich objektive Darstellung fehlt uns allemal, denn die meisten Historiker der damaligen Zeit waren Hofchronisten,
also muss man zwischen den Zeilen gut lesen können, aber beim Sasanidischen Reich haben wir in der Hinsicht grössere Probleme,
was schriftliches zu finden. Die "Schahnama" des Firdawsi ist in der Hinsicht vielleicht die einzige Quelle.
Aber auch in spaeteren Büchern wie dem "Siyasatnama" trifft man auf historische Überlieferungen,
die wir heutzutage nicht im Orginal haben...

Sehr viel Literatur haben wir hingegen auf der arabischen Seite, allen voran mit der Sirah-Geschichtsschreibung über den
Propheten und seinen Gefaehrten von diversen Autoren überliefert. Die allgemein am meiste benutzte Autor dabei
ist wohl Tabari. 

Eine gute Übersicht über die damalige Zeit gibt der vielfach begabte Professor Muhammad Hamidullah ab, vorallem
in seinem Werk: "The prophet of Islam: Prophet of migration by Muhammad Hamidullah (1989)", mit diversen Quellenangaben.
Weitere Werke von diesem Gelehrten, der unteranderem in Deutsch, Französische, Englisch, Arabisch, Türkisch und Urdu
verfasste, hat man hier im Überblick:

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Hamidullah

Ich empfehle diese Werke vorallem dem User Maroc-devil Wink


 
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« Antworten #12 am: Februar 17, 2010, 23:31:36 »

Hallo sabbah,

danke für die Mühe. Ich werds mir mal angucken! Smiley

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