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Autor Thema: Die Rolle von Gelehrten bzgl. der Interpretation des Korans  (Gelesen 1846 mal)
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sabbah1001
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« Antworten #45 am: Februar 07, 2010, 17:46:10 »

Was wir Muslime wohl aber wissen ist, dass die Zeitangaben immer relativ sind. Denn im Quran
steht, dass unsere Zeit im Vergleich zur "Universellen Zeit" Gottes, sehr viel schneller vergeht.
Daher machen wir uns keine Vorstellungen davon, dass mit sechs Tagen auch 6 irdische Tage gemeint sind. 

Hmm, das sehe ich aber ehrlich gesagt eher als eine schlechte Ausrede. Den, wieso schrieb Mohammed dann das es Tage waren? Das ist doch einfach nur irreführend. Ich erkenn darin einen logischen Fehler. 

mfg, agno


Haette ich beinahe vergessen,

Zum einen hat das nicht Muhammed s.a.s. geschrieben, sondern es war eine Botschaft von Gott.
Zum zweiten schrieb er es nicht, sondern seine Schreiber und zusaetzlich wurde der Text
von der Ashab-i-Suffah (aus der spaeter eigentlich die Gelehrten herausgingen) Wort für Wort auswendig gelernt.
Ihre Zahl (Ashabı-Suufah) wird auf ca. 100 geschaetzt, die alle den gleichen Text auswendig konnten.

Desweiteren sehe ich darin keinen Logikbruch, sondern eher einen Perspektivwechsel, welches von dem Maasstab eines Tages
abhaengt. Wer diese Ayah richtig begreift, versteht somit zu gleich, dass unser Tag empfinden subjektiv ist,
abhaengig von unserem Sonnensystem.

Und Du solltest Dir eine Tatsache vor Augen halten: wenn wir mit einer Zeitmaschiene Dich ins Jahr 570 nach
Lutetia (dem heutigen Paris) schicken würden, wie willst Du den Menschen der damaligen Zeit den Begriff
eines Lichtjahres begreiflich machen?

Willkommen wieder bei der Tatsache, dass unsere Gedanken gefangen in Worten sind,
so wie unsere Vorstellungskraft gefangen in unserer gedanklichen Verarbeitung ist.
Also sachte bei dem gradliniegen Schlüssen...  Wink



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« Antworten #46 am: Februar 08, 2010, 02:03:09 »

Ach...sabbah, ich glaub wir müssen uns mal auf einen Kaffee treffen und das ausführlich diskutieren.

Antworte dir, wenn ich morgen Zeit habe. Bin momentan leider etwas im Klausurstress...daher verzögern sich die Antworten gerne ein bisschen. Jetzt grade fehlt mir leider auch die Konzentration um eine ordentliche Antwort zustande zu bringen (in meinem Kopf kreisen momentan nur Begriffe der guten, alten Chemie).

mfg + gn8 agno
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« Antworten #47 am: Februar 23, 2010, 23:36:08 »

Warum sich muslimische Gelehrten widersprechen? Also erstmal widersprechen sie sich nicht in den grundlegenden Dingen.

Eigentlich mag ich folgendes Argument nicht so sehr, aber mangels eines besseren muss ich jetzt mal mit Kanonen auf Spatzen schießen: In Afrika streiten Imane darüber ob die Beschneidung von kleinen Mädchen islamisch Vertetbar ist oder nicht. Allein diese Tatsache reicht mir um dein Argument ganz schnell aus den Angeln zu haben. Den hierbei handelt es sich schlicht um eine Grundlagen Diskussion. Gut, wahrscheinlich kommt jetzt das "Sie gehören nicht zum Islam-Argument". Um dem ganzen vorzubeugen folgendes: Diese Imane rechtfertigen sich auf Grundlage des Korans. Wie sie das anstellen ist mir nicht ganz klar, jedoch ist das für mich auch kein unwesentlicher Streit. Du sagst im Nachhinein auch das es nicht alle so machen. Ja, das ist Wahr. Aber welches Bild wird erwartet wenn mehr als die Hälfte der islamischen Welt, eine nahezu barbarische Staatsordnung zelebriert?
Wenn in Saudi-Arabien nach der Scharia, vergewaltigte Frauen mit Peitschenhieben bestraft werden. Oder wenn ein konvertierter Christ hingerichtet wird, weil er vom Islam zum Christentum konvertiert ist. Dann liegt doch irgendwo einfach ein Fehler in der Interpretation? Das ganze macht einen klaren Blick auf die Islamische Kultur, für westliche Menschen, so extrem schwierig.

Noch dazu reden ziemlich viele Journalisten einfach nur totalen Mist. Wink


Was jetzt die Wissenschaft angeht, wenn wir noch weiter darauf eingehen, wirds jetzt den Rahmen sprengen, aber wie Du wohl selbst bei Deinem schreiben gemerkt hast, gibt es in der Wissenschaft nunmal sehr viele falsche Rückschlüsse vom Induktiven auf das Deduktive und umgekehrt. Jedoch wird dies meist übergangen und es werden für bestimmte Zeitperioden wissenschaftliche Dogmen aufgestellt und an den Unis gelehrt, welche meiner Meinung nach auch bestimmten Interessen dienen (unteranderem akademische Rangordnungen bei zu behalten etc...).  Dies schraenkt und verzögert eine unvoreingenommene Forschung, die auchmal ergebnisoffen vorangeht.

Stimmt, eben diese sind in den Geisteswissenschaften aber nun mal an der Tagesordnung. Die Problematik ist ja das wir für diese Wissenschaften keine naturwissenschaftlichen Grundlagen haben. Was auch in den Naturwissenschaften ins Gewicht fällt, wie du richtig erkennst, ist beispielsweise die Tatsache das viele Dinge von betagten Forschern verteidigt werden, weil sie es eben nicht anders kennen bzw. akzeptieren. Da hört man eben mal eher auf den Herr Berühmter Wissenschaftler als auf jmd. der sich noch keinen Namen gemacht hat. Dieses Problem ist bekannt. Um für neues offen zu sein, muss die alte Generation wegsterben und den jungen Wissenschaftlern platz machen. Aber das bedeutet nicht, das theologische Dogmen deswegen richtig sind.

Ich merke nebenbei gesagt, dass Du es mit der Darwin-theorie so hast Smiley Die Theorie Darwins ist keine neue Erkenntniss, sondern sie besteht schon in Umrissen seit jeher. 

Die Theorie vom Atom gibt es auch schon seid den alten Griechen. (Ich glaube Demokrit wars, aber ich bin mir nicht so ganz sicher). Das geozentrische Weltbild wurde auch um diese Zeit bereits widerlegt. Selbst Galaxien und Dergleichen wurden wesentlich früher postuliert. Aber, eine wissenschaftliche Theorie bedeutet mehr als nur zu sagen: Das ist so und so.

Auch islamische Wissenschaftler raeumen der Evolution bedeutenden Stellenwert ein, in dem sie zB. die Menschen und deren soziale Entwicklungen auch aus den klimatischen Gegebenheiten heraus begegnen. Allerdings machen sie dies nicht zum Hauptverantwortlichen für die Entwicklung des Lebens an sich, sondern sehen es als ein Mittel unter vielen anderen , zur Erklaerung der Lebensformen.
 Auch der Schluss, dass Menschen direkt vom Affen abstammen sollen, wird somit nicht gemacht, weil das schlichtweg wissenschaftlich nicht beweisbar ist. Es ist und bleibt eine These. Allen voran durch den widerspruch in dieser Theorie, dass doch solche Entwicklungsprozesse in der Natur Jahrmillionen dauern sollen, aber beim Menschen komischerweise diese Entwicklung in 50 000 Jahren abgeschlossen worden sei!   Und Darwin war auch nicht der erste, der soweit denken konnte, sondern eher jemand der Amerika neuentdeckt, bzw. das Rad neuerfunden hat:  "    Between plants and animals there is sponge, and, between animals and humans there is monkey."     —İbrahim Hakkı of Erzurum , Marifetname anno 1756. Wenn wir wissenschaftlich bleiben wollen, wissen wir im Grunde nicht, wie genau wir erschaffen worden sind, aber wir wissen, dass es für dieses unglaubliche System um uns, in dem wir jeden Tag was neues lernen, einen Erschaffer gibt. 

Ja natürlich war Darwin nicht der erste, der diesen Gedanken fasste. Er war aber der erste der es veröffentlichen und beweisen konnte. Und das ist die eigentliche Errungenschaft. Niemand kann (bzw. sollte) eine wissenschaftliche Theorie ohne Belege postulieren. Eine These in den Raum zu werfen, das kann jeder Idiot. Sie ausreichend zu beweisen, darin liegt der Knackpunkt. Und das hat Darwin geschafft. Aber um jetzt direkt eine Sache klar zu machen: Jede heute anerkannte Theorie ist in ihren Grundzügen korrekt. Das sagt aber nichts darüber aus, das alle Details von ihr geklärt sind. Viele Theisten argumentieren aber mit eben diesen Details, das die Evolutionstheorie eine Lüge wäre. (Was einer gewissen Ironie nicht entbehrt, das es sich bei den meisten unter ihnen um recht ungebildetes Volk handelt, wenn es um Naturwissenschaften geht.) Dummerweise lassen sich mit Details und Lücken keine wissenschaftlichen Theorien umwerfen.

Selbiges gilt für die These von der Abstammung des Menschen. Sie steht durchaus auf recht stabilen Beinen. Und ist damit für die Wissenschaft erwiesen. Die Frage ist momentan nur, inwieweit die Entwicklung ablief und wo genau sie statt fand. Dieser Widerspruch den du anführst existiert nicht. Evolution war schon immer ein Anpassungsprozess. Das bedeutet das wenn es nötig war, sich anzupassen, sich der Organismus auch angepasst hat, sofern er dazu in der Lage war. Hierbei handelt es sich nicht nur um Veränderungen des Genpools oder dergleichen. Du musst also berücksichtigen wann es für einen Organismus nötig war sich anzupassen und wann nicht. Diese Bedingungen wurden durch die Umwelt diktiert, kam es beispielsweise plötzlich zu einer Eiszeit, war für diese neue Probleme die Anlagerung von Fettreserven nie verkehrt. Oder Beispielsweise ein dichteres Fell. Passierte aber ewige Zeitlang nichts besonderes im Lebensraum (Kein neuer Jäger, keine Katastrophen, kein neues Lebensraum) so musste sich die Art dem Lebensraum auch nie direkt anpassen. (Mal von der Genpool-Anderung durch Paarung abgesehen).

Und wenn du jetzt wirklich wissenschaftlich bleiben willst: Dann wissen wir einfach nicht, wie das Leben enstanden ist.

Es gibt dazu eine nette kleine Anekdote die sich sehr oft als richtig erwiesen hat: Ockhams Rasiermesser. Dies besagt, das die einfachere/elegantere Theorie immer die richtige ist. Und das lass ich jetzt mal so stehen.

Desweiteren sehe ich darin keinen Logikbruch, sondern eher einen Perspektivwechsel, welches von dem Maasstab eines Tages
abhaengt. Wer diese Ayah richtig begreift, versteht somit zu gleich, dass unser Tag empfinden subjektiv ist,
abhaengig von unserem Sonnensystem. 

Das zu sagen ist einfach zu leicht. Heutzutage versteht man dies sicher sehr leicht. Aber damals konnten die Leute es eben nicht so interpretieren.

Und Du solltest Dir eine Tatsache vor Augen halten: wenn wir mit einer Zeitmaschiene Dich ins Jahr 570 nach
Lutetia (dem heutigen Paris) schicken würden, wie willst Du den Menschen der damaligen Zeit den Begriff
eines Lichtjahres begreiflich machen?

Willkommen wieder bei der Tatsache, dass unsere Gedanken gefangen in Worten sind,
so wie unsere Vorstellungskraft gefangen in unserer gedanklichen Verarbeitung ist.
Also sachte bei dem gradliniegen Schlüssen...  Wink

Ganz einfach, indem ich ihnen sage das es ein Jahr gedauert hat. Was ist daran so schwer?

Deine letzten drei Sätze treffen genau das, was ich dir die ganze Zeit, in Hinblick auf die Gelehrten, versuche zu sagen. Wink

mfg agno

Anm. Noch nicht alles beantwortet, das folgt wenn ich Zeit für die Suren habe!
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« Antworten #48 am: Februar 27, 2010, 03:29:49 »

"Und wenn du jetzt wirklich wissenschaftlich bleiben willst: Dann wissen wir einfach nicht, wie das Leben enstanden ist. "

So lange Rede kurzer Sinn; das wollte ich Dir die ganze Zeit klar machen. Wir wissen es nicht. Wir können danach forschen,
aber genau werden wir es wahrscheinlich nie erfahren, weil Du und ich damals nicht da waren und auch nicht wissen,
ob damals eben die gleichen Rahmenbedinnungen herrschten, wie wir uns das so gern vorstellen!!!

Es gehört nunmal auch viel GLAUBEN dazu, anhand von paar Knochen, die man komischerweise immer an seltsamen
Orten findet und paar Steinproben, darauf zu schliessen, wie das ganze hier entstanden ist, in welchen Zeitabstaenden,
usw... Merkst Du das nicht? In jeder Zeit haben die Menschen geglaubt zu wissen, wie das ganze materiell entstanden ist,
aber jedesmal ist was neues gekommen, wogegen sich auch einige akademiker sehr wehrten.
Warum sollte unsere Zeit so anders sein und auch nicht "falsch" liegen?

Du glaubst ja auch das Ganze, was man Dir an der Schule als Geschichtswissen oder gute Literatur verkauft.
Also scheint der Glaube ein Trieb zu sein, den jeder in sich hat, selbst der Atheist Wink, nur verlagert
er sich bei jedem verschieden.

Der Din setzt sich nicht mit den Fragen des "Wie" auseinander, dazu sind wir bei unterschiedlicher Veranlagung sowieso
angehalten. Der Din sagt uns nur auf welche Reihenfolge wir achten sollten, wenn wir zur innerer Weisheit gelangen wollen.
Und dazu gehört erst sich selbst zu kennen und zu erkennen und den Glauben bewusst zu lenken.

Und Deine Erklaerung mit dem Lichtjahr, war wohl ein Scherz nehme ich an. Denn wie willst Du ihnen erstmal
die Lichtgeschwindigkeit erklaeren? Und was passieren würde, wenn wir theoretisch damit reisen würden etc...
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