Hallo Sabbah,
daß Wissen über den Islam und die europäisch-islamische Geschichte Mangelware hierzulande ist, ist keine Frage.
Aber ob wirklich alles Verteidigungskriege waren? Ich bin da skeptisch. Eroberungskriege zu führen war seinerzeit doch nichts Ungewöhnliches. Oder? Sie waren haltnur nicht religiös, sondern weltlich motiviert. Bin da aber auch nicht so im Thema drin, daß ich mich darauf versteifen möchte.
Hallo Lux,
jemand der den Namen Luxdei verwendet sollte sich doch darüber bewusst sein, dass dies alles
doch nur Mittel sind für den Allgemeinzweck des Willens, des Einzigartigen.
Ob die zuerst zuschlugen oder die anderen ist unwesentlich im Vergleich zu der Mission, die gegen
die damalige Weltordnung war. Das zu verstehen traue ich Dir zumindest zu.
Wenn wir aber mal wieder zurück kommen auf die Ebene der Mittel (oder bei uns besser aber unübersetzbar ausgedrückt:
die Ebene der "Waesile").
Ich habe bereits ausgedrückt, dass die Oströmer den muslimischen Diplomaten umbrachten.
Das ist selbst heutzutage ein Kriegsgrund. Wir müssen uns vorstellen was dies zugleich im Gesamten bedeutet:
Verbot oder Beschraenkung von Handel, aufgriff von Muslimen, wenn man ihrer handhab wurde etc...
Das die Oströmer weniger in den arabischen Halbinsel eindrangen als umgekehrt ist eine natürliche Sache,
denn was wollen sie in einer 1.500.000 qkm grossen Wüste gegen Nomaden anstellen mit einer schwergepanzerten
Armee?
Desweiteren hast Du wohl die Rahmenbedinnungen der Zeit etwas überlesen. Die Araber wurden auf gut Deutsch
gesagt, die ganze Zeit indirekt kolonisiert oder zT. besetzt. Oder willst Du behaupten, dass das heutige Jordanien,
Syrien und Palaestina Ur-römisch oder griechisch waren? Nein, dort lebten seit jeher arabisch staemmige
Völker, die von Konstantinopel aus schön ausgebeutet wurden.
Nicht nur wirtschaftlich, auch religiös hatten diese Gebiete einschliesslich Aegypten zu leiden, da sie
mehrheitlich anderen Konfessionen des Christentums angehörten, als der Rest des Christentums und immer
wieder dem Druck des Papstes von Rom über den Oströmischen Kaiser standhalten mussten. Für diese
Menschen waren die Muslime eher Befreier und ihre Rolle bei dieser sehr raschen Eroberung des ganzen vorderen
Orients bis zum Atlantik ist in der Geschichtsschreibung immernoch nicht geklaert.
Ob wir jetzt die Primaerfaktoren, wie die Ermordung eines Diplomaten nehmen oder Sekundaerfaktoren,
wie die vorangegangene Ausbeutung der Araber über Jahrhunderte, eins bleibt gleich: es ist ein
sich wehren,
gegen einen grösseren Aggressor.
Wenn wir es mal auf die Sprache der heutigen Zeit übertragen, den grundlegenden religiösen Aspekt beiseite lassend:
da versucht eine aus freien Stücken zusammenwachsende Gemeinde sein Linux-system gegen die Übermacht
des Microsoft Konzerns zu verteidigen und bei der Verteidigung stösst diese Gemeinde in die Schwachpunkte
des Konzerns vor. Wo liegt das Problem?
Und wie gesagt das Ganze auf der Ebene der Mittel betrachtet. Die Ebene des Zwecks, ist ein anderer...